Atommüll „Zwischenspeicher“ Brokdorf

Gestern, am 12.6.18 hat die Gemeindevertretung Brokdorf zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Im Informationszentrum des AKW Brokdorf sollte über die geplante Einlagerung von sieben Castoren aus Sellafield informiert werden. Der Saal war gut gefüllt, aber viele Brokdorfer konnte ich nicht entdecken. Als Brokdorfer und als Kreisabgeordneter bin ich selbstverständlich dort gewesen.

Das der Müll dort gelagert wird, wo er entstanden ist finde ich durchaus fair. Das sich der Bund über die BGZ (Gesellschaft für Zwischenlagerung mbh) um das Betreiben der Lager kümmert ist wahrscheinlich sogar besser als wenn die Atomkonzerne dies direkt täten. Allerdings glaube ich nicht, dass der geschaffene Fonds für die langfristige Entsorgung, oder besser Aufbewahrung, finanziell ausreichen wird. Im Endeffekt werden die Kosten wieder auf die Gesellschaft (Steuern) verteilt. Die Aktionäre der dann ehemaligen Atomkonzerne werden nicht weiter belästigt.

Worüber reden wir eigentlich? Es ist doch bloß eine „Zwischenlagerung“ bis das Endlager steht. Genehmigt ist das Brokdorfer Lager, in dem bis zu 100 Castoren Platz haben, bis 2047. Der optimistischste Termin, der für den Beginn des bauens möglicher Endlagerstätten genannt wird ist 2050. Also wird schon heute über Verlängerung der Zwischenlagerstätten diskutiert. Zitierungen von Studien gehen davon aus, dass die Behälter wohl auch 100 oder 300 Jahre halten würden.

Über solche Zeiträume nachzudenken fällt mir schwer. Oder kann sich ein Leser dieser Zeilen an die Lebensweise um 1718 erinnern. Welche Gedanken und Befürchtungen bewegten die Menschen damals?
Wie werden also unsere Nachfahren nach 15 Generationen über den dort stehenden Müll denken? Wissen die dann noch, das das mal gefährlich war oder nutzen sie die Castoren dann als Heizung? Sie werden dann vermutlich noch immer mit 30-50 kW je Stück Wärme abgeben.

Was lerne ich für den Kreistag? Ich unterstütze die Landesregierung in ihrem Bestreben, das AKW so schnell wie möglich abzuschalten, damit wenigstens die akuten Gefahren aus dem Betrieb beendet werden können. Ich werde mit darauf achten, dass die Sicherheitsregeln nicht unterlaufen werden. Und das nicht nur, weil ich keine vier km entfernt davon wohne.

Ehrenarbeit beginnt 1.6.18

Heute ist mein erster Arbeitstag, denn die Wahlperiode der bisherigen Ratsmitglieder endete um 0:00 Uhr. Allerdings konstituieren wir uns erst am 27.6.18

Vorgestern war letzte Finanzausschuss Sitzung, ich war aber nicht dort, da ich im Nationalpark Wattenmeer eine Weiterbildung genieße. Einige Eindrücke von hier fließen mit Sicherheit in regionale Politik ein.

Die regionale Wirtschaft zu fördern kann ein wichtiger Schritt für Klimaschutz sein. Regionale Produkte nutzen spart viel Transport und somit Schadstoffe ein.