ÖPNV, Bus und Bahn, wie geht es weiter?

Zwei wichtige Veranstaltungen zum Thema Mobilität im ländlichen Raum konnte ich diese Woche besuchen. Die „Aktivregion“ hate eingeladen umd die aktuellen Konzepte der Region vorzustellen. Dort hatte auch der VHH die „Hamburger Zukunft“ der Buslinien dargestellt. Am interessantesten für die nächsten Ausschreibungen bei uns: Ab 2020 dürfen nur noch CO² neutrale Busse bestellt werden. In der Folge heißt dies, dass bis 2031 der VHH keine Dieselbusse mehr im Stadtgebiet einsetzen wird. Hamburg arbeitet so am Ziel, bessere Atemluft für die Hamburger zu erreichen.
Mir ist dabei wichtig, dass die ganzen „alten“ Vorurteile der hiesigen Akteure abgebaut werden können. Es gibt Möglichkeiten, elektrische oder andere Busantriebe sinnvoll einzusetzen.

Im Nachgang hieß es sogar, das es sich wirtschaftlich nach 2,5 bis drei Jahren lohne, elektrisch statt mit Diesel zu fahren. Also, worauf warten wir noch?

In der zweiten Veranstatung, bei uns Grünen,  ging es um die Frage, wie wir mehr Bürger vom PKW in den Bus bekommen können. Derzeit fahren nur 5,7% der Pendler im Kreis Steinburg per Bus.
Wenn mehr Pendler umsteigen, dann fahren weniger Autos auf den Straßen und die Staus könnten verringert werden. Auch könnte man mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer schaffen, wenn weniger Parkplätze in den Städten vorzuhalten sind.

Meine Idee in diese Richtung ist es, das Bus Fahren fahrscheinlos zu gestalten. Jeder darf dann die Bussen nutzen, ohne sich um ein Ticket kümmern zu müssen. Finanzierbar ist dies durchaus, denn rechnerisch kosten unsere Buslinien pro Person und Jahr derzeit lediglich 70€. Davon wird ein Großteil schon aus Landesmitteln und über Ausgleichszahlungen für Schülerbeförderung bezahlt. Der Rest wäre als Umlage oder aus Parkplatzkosten sicherlich finanzierbar.
Ich bin mir bewusst, dass dies ein kritischer Punkt der öffentlichen Diskussion sein wird.
Auch ist mir bewusst, dass nicht jeder Steinburger mit dem Bus fahren möchte oder kann. Warum sollen diese dann dafür mit bezahlen? — Hier sei aber darauf verwiesen, dass wir für Gesellschaftsleistungen sowieso alle bezahlen. Mir fallen dabei z.B. die Parkstreifen an städtischen Straßen ein. Jeder Bewohner bezahlt diese Plätze, ob man ein Auto besitzt, fährt oder auch nicht. Jede Straßenbeleuchtung zahlen alle, auch wenn, wie bei uns, überhaupt keine vorhanden sind. Hier lassen sich beliebig viele weitere Beispiele finden.
Es ergibt durchaus Sinn, allgemeine Infrastruktur auch gemeinsam zu finanzieren. Also warum nicht auch den ÖPNV.

Noch einmal für mich zur Erinnerung: Die meisten Kosten der Busse und Bahnen im ländlichen Raum zahlen wir sowieso schon aus öffentlichen Kassen. Warum sollen wir uns um komplexe Tarifsysteme so viele Gedanken machen?