Brüssel

Heute Abend bin ich von London nach Brüssel gefahren. Per Bus und durch den Tunnel, Ein modernes Abenteuer.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mir die Stadt wenigstens einen Tag anzusehen, wenn ich schon nicht meinen Plan habe umsetzen können, für die Grünen im EU Parlament arbeiten zu können.

Mein Hotel liegt in einer sehr günstigen Vergnügungsgegend. Der erste abendliche Spaziergang bot mir den Eindruck, dass hier sehr viele unterschiedliche Nationalitäten zusammenkommen. Nur wenige davon augenscheinlich aus der EU.
Jetzt werde ich die Tour für morgen planen und Eindrücke für zu Hause sammeln.
Die Straßenbahn habe ich schon gesehen, das wäre ein Traum im Kreis Steinburg. Aber zu unrealistisch, selbst für mich.

Finanzierbarer Bus-ÖPNV

Reisen bildet heißt es oft. Ich jedenfalls halte immer meine Augen und Ohren offen und finde manchmal Beispiele für guten Umgang mit typischen Herausforderungen. Schon vor fünf Jahren war ich begeistert, in Oxford und London mit Hybrid Bussen transportiert zu werden. Und sie sind immer noch auf den Straßen. Vorteil: ca 30% Energieeinsparung, da die Bremsenergie zur Beschleunigung verwendet wird. Und speziell Busse beschleunigen halt oft. Ein schöner Nebeneffekt ist dass die aufheulenden Dieselmaschinen nicht gebraucht werden, erst wenn die Reisegeschwindigkeit erreicht ist startet der Diesel erneut.

Ganz nebenbei sei gesagt, dass diese Busse auch über funktionierendes WiFi (Internetzugriff) und an jedem Sitz eine Ladebuchse für USB verfügen.
Entertainment über einen Videoscreen und verständliche Ansagen der Haltestellen sowie ein deutliches Display zur Information über Route und Haltestellen sind ebenso vorhanden.

Bleibt die Frage, wer bezahlt denn das alles? Überraschend für mich: Bus Unternehmen sind privat, sie erhalten keine staatlichen Zuschüsse. Mit einer Ausnahme, wenn die lokale Verwaltung Bus Tickets für spezielle Gruppen herausgibt, dann wird dafür an das Bus Unternehmen bezahlt. Schülerverkehr erfolgt nicht mit diesen Bussen, den organisieren die Schulen selbständig.

Der Fahrpreis muss also enorm hoch sein, damit sich der Busverkehr rechnet. Es fahren übrigens viele Busse in kurzen Zeitabständen.  Ist er aber nicht, wenn auch viele Dinge und Services hier in England teuer sind, Busse sind billig. Ich habe zB. für ein 14 Tage Ticket ca 35 € bezahlt. Beliebig viele Fahrten im Stadtgebiet und angrenzenden Gemeinden.

Also, warum geht das bei uns nicht ähnlich komfortabel und Energiesparend?

Übrigens sind alle Busse sauber, in guten Konditionen und, was mich wirklich positiv begeistert ist das Ritual, sich beim Aussteigen bei der Fahrerin / dem Fahrer zu bedanken.

Biogas als Treibstoff für Müll-Laster

Es kann so genial einfach sein. Die Berliner BSR lassen die Sammelfahrzeuge mit dem Gas aus dem eingesammelten Bioabfall fahren.
Nicht nur, dass dadurch 2,5 Mill. Liter Diesel jedes Jahr eingespart werden, auch klimaschädliche offene Kompostierung wird somit vermieden. Der Treibstoff selber verbrennt zusätzlich auch noch sauberer als Diesel.
Warum tun wir dies nicht genauso?

 

Politik Ferien enden

Wenn ich das elektronische Postfach öffne kann ich bemerken, dass der kommunalpolitische Alltag wieder beginnt. Die zu sichtenden Unterlagen für anstehende Sitzungen trudeln täglich ein. Termine werden vorgeschlagen und gesetzt, Die Kalender füllen sich. Das ist zum Einen gut, denn die notwendigen Veränderungen können weiter betrieben werden, andererseits baut dies auch wieder zeitlichen Stress auf.
Im Moment bin ich noch in Oxford und genieße die scheinbare „Langsamkeit“ der Briten. Es ist zwar keine so entspannte Arbeitsatmosphäre wie in Tansania, aber doch deutlich relaxter als in Deutschland. Hoffentlich rette ich mir einiges davon nach Deutschland rüber.

Autos in der Innenstadt?

Gestern lief ich einen Tag lang durch London. Es war entspannt, obwohl gleichzeitig ein Radrennen quer durch die Stadt stattfand. Der Autoverkehr war erträglich und die Luft recht sauber. Tausende Menschen bewegten sich bei tollem Wetter entlang der Themse und genossen den Tag.

Heute lief ich durch Oxford. Eine deutlich kleinere Stadt mit viel mehr Radfahrern, tausenden Touristen und enorm vielen Autos und Bussen. Es ist kaum etwas von der tollen Stadt zu sehen, weil man immer auf sich rasant nähernde Fahrzeuge aufpassen muss. Es ist laut und stickig.

Ich empfinde es als einen großen Vorteil für die Lebensqualität in einer Stadt, wenn der verkehr deutlich verringert werden kann. Vernünftige Alternativen zum eigenen PKW gibt es, lasst sie uns einsetzen. Das gilt auch für Itzehoe.

Früher wurden Städte für Autos gebaut- lasst uns beginnen die Städte für Menschen zu gestalten.