Grüne Vorstandsklausur in Steinburg

Am letzten Samstag hat sich der Grünen Vorstand des Kreisverbandes Steinburg getroffen um das Jahr 2020 zu planen.
Die Größe unseres kleinen Kreisverbandes ist mittlerweile ansehnlich. Mit über 120 Mitgliedern, fast verdoppelt zu 2017, als ich in den Vorstand gewählt wurde, könnten wir viel erreichen. Diese Größe hat aber auch seine Tücken, denn der Organisationsaufwand ist deutlich größer geworden. Schon im Vorstand sind wir sechs Personen, wobei einer die Grüne Jugend (GJ) dort vertritt (kooptiert wie es so schön heißt). Die GJ ist schließlich eine eigenständige Organisation, dessen Mitglieder nicht unbedingt auch Grüne Mitglieder sind.
Als Vorstand arbeiten wir alle ehrenamtlich. Also muss jede(r) sein Geld irgendwo anders verdienen. Daraus resultiert dann, dass wenig Zeit für die Parteiarbeit bleibt oder die eigene Familie sehr leiden kann. Silke,und ich übernehmen zusätzlich noch Ämter in den Räten der Städte Itzehoe, Kellinghusen oder dem Kreistag. Die persönliche Arbeitszeit für politische Themen ist entsprechend hoch. Anja und Josefine als bürgerliche Mitglieder im Kellinghusener Rat oder im Kreistag sowie Jannik und Dave als Mitorganisator der GJ und „fridays for future“ können auch nicht über Langeweile klagen.

Somit nahmen wir uns vor zwischen 9 und 13 Uhr die Vorstandssitzung abzuhalten und dabei gemütlich zu frühstücken. Letzteres klappte gut, die Zeit reichte aber nur für die wichtigen organisatorischen und formalen Themen sowie für die grobe Planung des ersten Halbjahres 2020.
Zum Glück haben wir einen guten Geschäftsführer Ramon, der übrigens auch noch im Rat von Glückstadt sitzt und dafür viel Zeit aufbringt. Immerhin konnten wir ihn mit einem neuen Vertrag, mehr Arbeitsstunden und einer angemesseneren Bezahlung ausstatten. Zusätzlich haben wir ein kleines Hausmeisterteam zur Unterstützung eingestellt. Schließlich will unser Grüner Treff in der Reichenstraße auch gepflegt werden. Immer mehr Veranstaltungen finden dort statt, so das die Ordnung manchmal fachkundig wieder hergestellt werden muss.

Was liegt dieses Jahr denn nun an?

Wir veranstalten einen Frühjahrsempfang am 14.März, zu dem wir vorwiegend Mitglieder einladen und hoffen, das besonders viele unserer neuen Grünen im Kreis der Einladung folgen werden. Inhaltlich werden sich die Grüne Jugend mit den Aktivitäten zu und mit „fridays for future“ darstellen. Es wird wieder eine selbst gemachtes Buffet geben und in lockerer Runde viel über Politik und Gesellschaft diskutiert werden. Hier treffen wir dann meist auch unsere Landtags- und Bundestagsabgeordneten (Bernd und Ingrid) sowie Vertreter aus den Nachbarkreisen. Der persönliche Informationsaustausch ist also umfangreich.

Im Herbst, am 5. September werden wir groß feiern. Die Grünen im Kreis Steinburg wurden vor 40 Jahren gegründet. Bernd als Gründungsmitglied ist heute im Landtag als Regierungspartei vertreten. Wir wollen die erfolgreichen letzten 40 Jahre auf Planet Alsen mit Musik und Information ordentlich feiern. In der Mitte der Gesellschaft sind wir Grüne offensichtlich angekommen. Bei der letzten Wahl, der EU-Parlamentswahl, haben wir in Schleswig Holstein sogar die meisten Stimmen auf uns vereinigen können. Wer hätte dies noch vor wenigen Jahren gedacht?

Aber neben den Feiern werden wir auch wieder inhaltlich an unterschiedlichen Themen arbeiten. Mit unserem erfolgreichen Format von zweistündigen öffentlichen Veranstaltungen zu Fachthemen werden wir weiter machen. Dieses Mal wollen wir dazu unterschiedliche Veranstaltungsorte im Kreis nutzen. Die Bürger*innen vor Ort wollen wir einbinden um lokale Themenschwerpunkte zu behandeln.

Dem Thema Bauen und Wohnen werden wir einen Abend widmen. Wie kann in der heutigen Zeit das Wohnen neu gedacht und gelebt werden? Nachhaltige und generationenübergreifende Quartiere bauen um ökologisch und sozial gerecht miteinander zu leben.

Teilen statt kaufen im Mittelpunkt der Mobilität wird ein weiteres Thema sein. Kann man sich nicht besser einige Fahrzeuge mit Nachbarn teilen statt das eigene Auto in der Garage stehen zu haben? Wir können solche Ideen verwirklicht werden?

Weiterentwicklung der Bahn. Wo kann in Steinburg die Bahn weitere wichtige Funktionen übernehmen? Sollten wir z.B. in Vaale einen Haltepunkt einrichten oder gar die Verbindung zwischen Itzehoe und Kellinghusen herstellen? Die Bahn ist eines der ökologischsten Transportmittel und wird in Zukunft wieder eine wichtigere Rolle spielen müssen.

Wie schaut es mit der Energiegewinnung aus? Wo können weitere Wind- oder Sonnenkraftwerke die nachhaltige Energieversorgung sicherstellen? Kann neben dem elektrischen auch die Wärmeenergiebedarf dadurch sinnvoller gedeckt werden? Wichtige Zukunftsfragen neben den klassischen, leider vernachlässigten Fragestellung zu Energie-Spar-Möglichkeiten.

Und ganz wichtig für unsere Partei: Wie begeistern wir noch mehr Menschen dafür, sich politisch zu engagieren? Wie überzeugen wir die vielen Grün denkenden Steinburger, sich aktiv an der Kommunalpolitik zu beteiligen. Je mehr aktive wir haben, auf desto mehr Fachwissen in unterschiedlichen Gesellschafts-, Lebens- und Arbeitsbereichen können wir bauen.

Wir haben viel vor.

 

Die nächsten Termine:
Infos allgemein zu Terminen findet ihr auf der Homepage => Terminkalender
– So, 02. Februar – Mitgliedsversammlung OV Kellinghusen ab 17:00 Uhr
– Mi, 05. Februar – Vernetzungstreffen – Grüner Treff Itzehoe ab 19:00 Uhr
– Mi, 04. März – Kreismitgliederversammlung – Grüner Treff Itzehoe ab 19:00 Uhr
– Sa, 14. März – Frühjahrsempfang 2020 – Grüner Treff Itzehoe ab 11:00 Uhr
– Sa, 05. September – 40. Jubiläum Kreisverband – Planet Alsen Itzehoe ab 16:00 Uhr
– Mi, 04. November – Kreismitgliederversammlung (als Finanz-KMV) – Grüner Treff Itzehoe ab 19:00 Uhr

Gold als Sparstrumpf?

Jetzt also auch im SH Landesparlament angekommenen ist die Diskussion um Gold. Die Pensionskassen sollen besser gegen Zinsverluste gesichert werde. Die gleichen Ansichten hörte ich in privaten Gesprächen sowohl in GB als auch bei uns in Deutschland immer öfter.

Zur Realität muss man sich etwas näher damit befassen. Alleine die Kursveränderung der letzten Monate liegt bei ca 20 %. Von stabilem Wert kann ich da nicht sprechen.

Aufgrund der niedrigen Zinsen geht es der Staatskasse derzeit sehr gut, dagegen sind die Verluste in Pensionsfonds gut zu vernachlässigen. Wichtiger bleibt, dass die Versorgung der Pensionäre funktioniert.

Dann bleibt aus meiner Sicht noch der Blick auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Der Abbau und die Verarbeitung von Gold ist noch immer vielfach grausam. Selbst wenn man versucht, fair gehandeltes und produziertes Gold zu finden, muss man lange suchen. Und auf Kosten ausgebeuteter Menschen meine Pension sichtern zu lassen, finde ich falsch.

Ich bin absolut dafür, die grüne Anlagestrategie der Regierung in Schleswig-Holstein nicht zu ändern. Als einer der weltweiten Staaten mit großem Wohlstand dürfen wir das, nein müssen wir das auch.

Regierung in SH startet eigene Klimaschutz Förderung

Bei uns kann jetzt jeder etwas für unsere Welt tun und wird dabei auch noch finanziell unterstützt. Das ist ein guter Weg von Jan Philipp, unserem Umweltminister.

Ich werde mir dann wohl auch eine Investition überlegen, die in das Förderkonzept passt. Schon um mitreden zu können.

Erschreckend finde ich dagegen, wie zögernden immer noch einige Kommunalpolitiker mit Maßnahmen für Klimaschutz umgehen. Hier ist Überzeugung notwendig. Damit habe ich als Grüner dieses Jahr wieder viel zu tun.

Silvester ohne Müll und Knall

Dem heutigen Leserbrief in der Rundschau ist nicht viel hinzuzufügen. Ich habe schon viele Menschen in diesem Jahr gesprochen, die sich über den Dreck in ihren Gärten und Straßen aufregten. Allerdings wenige, die die schlechte Luft in der Silvesternacht beklagen. Was man nicht sieht…..

Rückbesinnung auf weniger Raketen und Böller vor zu schlagen reicht mir aktuell aber nicht aus. Warum nicht wie in anderen Ländern das Feuerwerk den Profis überlassen und selber nur zuschauen und genießen?

Übrigens gab es auch in Deutschland wieder Tote, Verletzte und Brände durch die Silvester Sprengsätze. Eine kleine Übersicht hier.

Biomüll vergären, kompostieren oder verbrennen?

Die Frage nach dem Umgang mit unseren Abfällen stellt sich dieses Jahr im Kreis Steinburg erneut. Insbesondere mein Wunsch, den eingesammelten Bioabfall in einer regionalen,  neuen Biogasanlage energetisch sinnvoll zu verwerten, wird zu vielen Diskussionen führen.
Sobald die Diskussion auf fachlichen Grundlagen und nicht auf fachlichen Vorurteilen basiert macht es auch Spaß, sich dem zu widmen.

In einen Fachbeitrag von 2014 auf den Seiten ask-eu.de , den man komplett kostenfrei lesen kann sobald man sich dort anmeldet, wird das Thema gut kritsch aufbereitet.
Schon das Vorwort regt zum Nachdenken an, denn mit einen Wochenendausflug an die Ostsee erzeugen wir mehr CO2 als über unsere vergorenen  Bioabfälle pro Jahr eingespart werden könnte. Es bleibt also dabei, dass insbesondere unsere persönlichen Lebensweisen, unsere gewohnten Komfortzonen das größere klimaschädliche Problem sind. Davon nehme ich mich ausdrücklich nicht aus.
Allerdings entbindet es uns nicht davon, unsere Abfälle, die schließlich auch weiterhin anfallen werden, vernünftig zu verwerten.

Ein Resultat der o.g. Studie ist, dass eine Kompostierung von Bioabfall CO2 ausstößt und eine Vergärung den Ausstoß reduziert.
Natürlich wird das erzeugte Gas dann anschließend auch wieder genutzt, so dass das CO2 erneut in die Umwelt gelangt. Vorteil bleibt hier, dass andere Brennstoff Recourcen dann nicht verbraucht werden müssen.

Auch wenn es vordergründig teurer erscheint, eine regionale Biogasanlage zu bauen und zu betreiben, anstat den Abfall zu einer vorhandenen Kompostierung zu bringen, so überwiegen aus meiner Sicht die ökologischen Vorteile.
Meiner Einschätzung nach werden sich zusätzlich auch ökonomische Verbesserungen ergeben,  wenn der Müll nicht mehr quer durch Schleswig Holstein gefahren werden muss. LKW, Personal und Treibstoffe kosten schließlich auch Geld. Und erzeugte Biogase oder Biotreibstoffe können veräuert werden.