Wo verkauft Vion eigentlich?

Die Vorfälle von Virus Infektionen in Schlachthöfen öffnet einen neuen Blick der Gesellschaft auf die Arbeitsbedingungen dort. Viele Facharbeiter werden durch Subunternehmer vermietet. Auch dadurch ist Deutschland ein weltweites Billiglohnland für die Schlachtung und Zerlegung von Tieren. Das Meiste wird übrigens exportiert.

Als Verbraucher kann ich reagieren, indem ich öffentlich protestere wenn die Arbeitsbedingungen nicht meiner Vorstellung entspricht. Zum Beispiel in Kellinghusen wird dies auch seit Jahren getan.

Ich kann aber auch anderswo mein Fleisch beziehen oder weniger kaufen. Zum Glück kann man im Internet einige Kunden und Marken von Vion finden. Da findet sich sogar auf der Unterseite ein Kunde auf den man stolz ist. Burgerking scheint viel Rindfleisch dort zu kaufen.

Warum gibt es eigentlich so billig Fastfood Fleisch? Doch nur weil wir es auch kaufen- oder?

https://products.sites.vionfoodgroup.com/nl/brands/

Velorution in Brüssel

Brüssel geht voran und will die Verkehrswende ausprobieren. Mehr Rad- und Fußverkehr durch die Velorution und ausgerechnet ein Automobilclub berichtet darüber.
Es geht darum, dass die bevorrechtigte Nutzung in Teilen der Belgischen Hauptstadt weg vom PKW hin zu Fahrrad und Fußgänger wechselt.
Leider gilt dies nur für Teile der Stadt, nur der Innenstadt also. Auch ist es eine Brüssler Regel, keine europäische. Aber vielleicht sollten wir über ähnliche Experimente ernsthaft nachdenken?

Itzehoe ist dafür durchaus interessant, denn hier gibt es wenig Radwege, die gut zum Radfahren geeignet wären. Es gibt aber viele Itzehoer, die gerne mit dem Fahrrad ihre täglichen Besorgungen erledigen. Warum sollten die PKW Fahrer*innen nicht nachrangig Fahr und Stellflächen verwenden dürfen?

Noch besser finde ich zwar die Luxemburger Entscheidung für einen kostenfreien Busverkehr in der Stadt. Dies hätte für Itzehoe jedoch sehr eingeschränkte Vorteile. Die Stadt ist klein genug um zu Fuß oder per Rad die wesentlichen Strecken zurück legen zu können. Für den gesamten Kreis Steinburg fände ich kostenlose Busverbindungen jedoch richtig. Mehr Fahrgäste schaffen wiederum weniger PKW auf den Straßen. Und wer sich entscheiden kann, kostenfrei mit dem Bus zu fahren, der kann öfter auf das Tanken verzichten.

Kommunalpolitik trotz und wegen Corona

Die Politik nimmt wieder Fahrt auf. Nach der Schockstarre erwacht die kommunale politische Landschaft allmählich. Einige neue Ideen, oder alte Ideen kommen wieder auf die Tagesordnung.

Für uns Grüne ist es natürlich besonders wichtig, dass die Wirtschafts- und Sozialförderungen umweltverträglich und sozial ausgewogen vor sich gehen.

Zusätzlich müssen wir stark darauf achten, dass die massiven Einschränkungen unserer Grundrechte nach der Krise auch vollständig zurückgenommen werden. Überwachung, Kontaktsperren und Arbeitsverbote dürfen keinesfalls zu normalen Mitteln in Deutschland werden.

Was ich jetzt zu tun habe sind im Wesentlichen drei Dinge. Ich will den ÖPNV sehr günstig machen, damit nicht alle Steinburger demnächst nur noch ihren PKW nutzen. Am liebsten würde ich es schaffen, das wir fahrscheinlos mit dem Bus durch den Kreis fahren können. Das hilft nicht nur der Attraktivität der Buslinien, es unterstützt auch die Haushaltskassen, wenn weniger Benzin gekauft werden muss.

Als Zweites würde ich gerne endlich einen „Steinburg Taler“ schaffen und ihn für die Regionalisierung unserer Wirtschaftskreisläufe nutzen. Gerade jetzt ist es wichtig, die Bürger*innen und die regionalen Betriebe zu unterstützen. Regionalgeld kann hier eine wertvolle, effektive Förderung darstellen. Wenn beispielsweise allen Steinburgern 10 Taler geschenkt werden, dann wären 1,3 Millionen Umsatz in der Region plötzlich vorhanden. Das Geld zirkuliert und die Kaufkraft würde auf drei bis fünf Millionen Taler pro Jahr ansteigen können. Geldschöpfung ohne Einbindung von Banken ist effektiv.

Als Drittes muss ich das Dokument zur Wirtschaftsstrategie in Steinburg akribisch durcharbeiten. Es wird eines der ersten Strategie Dokumente sein, die der Kreistag beschließen soll, beschließen wird. Und die Strategie wird treibend sein für die nächsten Jahrzehnt. Genau hinsehen tut not.

Ach und dann sind da ja noch „meine“ Abfallthemen. Eine Biogasanlage möchte ich im Kreis haben. Mehr PV und PT Anlagen auf die Dächer setzen lassen. Die A20 verhindern und statt einen Tunnel unter der Elbe zu buddeln könnten wir das Geld sinnvoll für die Folgen der aktuellen Pandemie einsetzen.

Scheint viel zu tun zu sein.

Sonntagsfragen und meine Fragen

In Zeiten von Krisen wenden sich die Bürger*innen den aktuell Regierenden zu. Das ist fast überall so und führt immer wieder zu Kopfschütteln wenn man das Verhalten aus der Ferne betrachtet. Man siehe derzeit die Zustimmungswerte für Trump in den USA an.

Aber auch bei uns in Deutschland ist dieses Verhalten zu beobachten. Regieren tut derzeit die Koalition aus CDU und SPD. Mehr Zustimmung erhält aber nur die Kanzlerin, somit die CDU. Der Vizekanzler und Finanzminister, der die vielen Milliarden Hilfsgelder freigibt ist von der SPD. Trotzdem verzeichnet diese Regierungspartei kaum mehr Zustimmung.

Die sogenannten Sonntagsfragen „Wen würden Sie wählen wenn Sonntag Bundestagswahl wäre?“ geben eine gewisse Auskunft über die aktuellen Stimmungen im Lande. Viele Wähler*innen entscheiden eben sehr kurzfristig orientiert. Nicht langfristige Erfolge oder Pläne der Parteien stehen im Fokus. Die aktuelle private Lebenssituation ist auch wichtig.

undefinedWieso aber verlieren wir Grüne so stark an Stimmen? Der Schutz der Lebenswelt und die Unterstützung der sozial Schwachen Menschen und Familien bleibt doch genau so wichtig wie noch vor einem Monat.
Nur sind Klimawandel und soziale Gesellschaftsstrukturen halt weniger wichtig als Kurzarbeit und aktuelle finanzielle Hilfen wegen einem „Lockdown“ durch das Covid Virus.
Was mich eher verwundert ist, dass so viele fiktive Grüne Wähler*innen zur CDU/CSU wechseln. Und alle anderen Gruppierungen fast stabil bleiben.undefined

Ich bin überzeugt, dass eine Grüne Sichtweise auf die Problemlösung sehr wichtig ist. Gerade, wenn irgendwann einmal wieder die Wirtschaft erneut laufen soll. Hier sollten wir nicht einfach alles so anstoßen wie es zuvor lief. Viele aktuelle krisenbedingte Entwicklungen wie regionalisierte Wirtschaftskreisläufe sollten wir stärker fördern als die globale Logistik. Nicht nur dass wir dadurch viel Erdöl nicht verbrennen, wir bleiben bei lokalren Produktionen auch während internationalen Krisen handlungsfähig.

Aktuell sehen wir ja, was passiert, wenn Warenströme unterbrochen werden. Plötzlich gibt es einige Medikamente oder Schutzausrüstungen nicht mehr. Plötzlich können Fabriken nicht mehr produzieren, weil Zubehör fehlt. Plötzlich wird nicht mehr geerntet weil billigste Arbeitskräfte nicht einreisen dürfen.

Lasst uns aus der Krise lernen, dass es auf uns ankommt, wie wir zukünftig leben wollen. Es macht keinen Sinn, danach wieder die Umwelt zu vergiften und zu hoffen dass die Welt sich schon selber heilen wird.
Vielleicht sind Heuschreckenplagen, Dürren und Pandemien ja ein Teil dieser Selbstrettung der Welt? Zumindest wurde dies in einem sehr alten, weltweit weit verbreitetem Buch so beschrieben.

Mal angenommen, in Deutschland führen nur noch E-Autos

Genau zu diesem Thema gab es einen neuen Podcast der Tagesschau.

Der war wie immer recht gut gemacht. Leider ärgerte mich die Gesamtaussage etwas, denn es wurde erneut behauptet, dass das deutsche Stromnetz der Belastung nicht standhalten würde.
Ich selber hatte für Unterricht von Elektrikern und auch für diverse politische Diskussionen schon zum gleichen Thema recherchiert. Und wie es nun einmal so ist, kommt man je nach Betrachtungsweise zu anderen Ergebnissen.

Richtig ist, wenn 47,7 Millionen PKW Besitzer gleichzeitig mit leerem Akku an einer Schnellladesäule laden wollen, dann bricht das Netz zusammen. Aber, wann tanken denn alle PKW derzeit gleichzeitig an einer Benzin Tankstelle? Und würde das denn funktionieren?
Realer betrachtet kann man den derzeitigen Energie-Einsatz in den PKW summieren (105 Millionen Liter pro Tag), was 1,15 GWh pro Tag entspricht.
Ein E-Motor ist deutlich effizienter als ein Verbrennungsmotor, so dass man mit 47,7 Millionen E-Autos auf einen Energiebedarf von ca 40% dieser Menge = 42 GWh pro Tag auskommen würde.

Die installierte Kraftwerksleistung liegt bei 210 GW, wovon wir aber nur einen kleinen Teil verwenden. Im Mittel 26%, der Rest steht still, wird abgeriegelt oder ins Ausland verkauft.
Alleine mit den 49 GW installierter PV Leistung wäre der PKW Energiebedarf für alle PKW in Deutschland theoretisch (rechnerisch) zu decken.
In jedem Fall reicht die regenerativ erzeugte elektrische Energie (Wind, PV, Wasser, Biomasse) bei weitem aus, den Bedarf zu decken.

Ein schöner Nebeneffekt käme hinzu. Wenn die Akkus der PKW als Zwischenspeicher intelligent vernetzt genutzt werden, könnten weitere konventionelle Kraftwerke stillgelegt werden (Braunkohle / Steinkohle). Denn diese brauchen wir nur um den kurzen Zeitraum zwischen 18 und 22 Uhr zu beliefern. In der Nacht laufen diese Kraftwerke oft nutzlos, aber nicht kostenlos, vor sich hin . Das kann man an der typischen Lastkurve gut erkennen.

Folglich, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Fahrleistung pro PKW in Deutschland bei 42km pro Tag liegt und normalerweise täglich eine Steckdose genutzt wird um den nicht leer gefahren Akku zu laden, dann:
– bräuchte jeder nur eine normale Schukosteckdose zum Laden (3,5 Stunden)
– würde das Stromleitungsnetz ausreichen
-würden sogar weniger Kraftwerke als jetzt benötigt werden
– würden täglich über 100.000.000 Liter Diesel und Benzin nicht verbrannt werden

Wer hat eigentlich ein Interesse daran, dass wir nicht auf E-Autos umsteigen?
Mineralölkonzerne?

Übrigens kostet der Strom für das E-Auto ungefähr das Gleiche wie die eingesparte Benzinmenge. Pro Tag ca 2,40€ nach derzeitigen Preisen an Zapfsäule und Stromzähler.