Streitthema Biogas

Wenn biologische Abfälle anfallen müssen die schnell und Umwelt gerecht entsorgt werden. Besser noch ist eine Verwertung. Hier scheiden sich dann oft die Geister. Während einige meinen, dass kompostieren die Lösung ist, stellen andere fest, dass dadurch eher Co2 zusätzlich freigesetzt wird.

Bei Biogasanlagen denken viele sofort ablehnend an die großen Mais Silos. An die Bioabfall Verwertung denken meist nur die Kleinfamilie in asiatischen oder indischen Regionen. In Deutschland macht dies durchaus auch Sinn, denn die Energie aus Abfall kann verwertet werden. Auch sind tierische Produkte kein Problem. Der entstehende Rest kann schneller zu Humus und Dünger verarbeitet werden.

Bleibt das emotionale Problem mit dem Gas. Sinnvoll nutzen durch Einspeisung in vorhandene Erdgasnetze stößt auf Widerspruch. Hier werden die Fossilen Energieträger zwar substituiert, aber vorhandene Strukturen erhalten. Stromerzeugung ist nur mit gleichzeitiger Wärmenutzung ökologisch sinnvoll. Dadurch wird es allerdings wirtschaftlich ungünstiger.

Wie immer gibt es viele Meinungen und es setzt sich dann ein Kompromiss durch. Manchmal sicher nicht die beste Lösung.

Biomüll vergären, kompostieren oder verbrennen?

Die Frage nach dem Umgang mit unseren Abfällen stellt sich dieses Jahr im Kreis Steinburg erneut. Insbesondere mein Wunsch, den eingesammelten Bioabfall in einer regionalen,  neuen Biogasanlage energetisch sinnvoll zu verwerten, wird zu vielen Diskussionen führen.
Sobald die Diskussion auf fachlichen Grundlagen und nicht auf fachlichen Vorurteilen basiert macht es auch Spaß, sich dem zu widmen.

In einen Fachbeitrag von 2014 auf den Seiten ask-eu.de , den man komplett kostenfrei lesen kann sobald man sich dort anmeldet, wird das Thema gut kritsch aufbereitet.
Schon das Vorwort regt zum Nachdenken an, denn mit einen Wochenendausflug an die Ostsee erzeugen wir mehr CO2 als über unsere vergorenen  Bioabfälle pro Jahr eingespart werden könnte. Es bleibt also dabei, dass insbesondere unsere persönlichen Lebensweisen, unsere gewohnten Komfortzonen das größere klimaschädliche Problem sind. Davon nehme ich mich ausdrücklich nicht aus.
Allerdings entbindet es uns nicht davon, unsere Abfälle, die schließlich auch weiterhin anfallen werden, vernünftig zu verwerten.

Ein Resultat der o.g. Studie ist, dass eine Kompostierung von Bioabfall CO2 ausstößt und eine Vergärung den Ausstoß reduziert.
Natürlich wird das erzeugte Gas dann anschließend auch wieder genutzt, so dass das CO2 erneut in die Umwelt gelangt. Vorteil bleibt hier, dass andere Brennstoff Recourcen dann nicht verbraucht werden müssen.

Auch wenn es vordergründig teurer erscheint, eine regionale Biogasanlage zu bauen und zu betreiben, anstat den Abfall zu einer vorhandenen Kompostierung zu bringen, so überwiegen aus meiner Sicht die ökologischen Vorteile.
Meiner Einschätzung nach werden sich zusätzlich auch ökonomische Verbesserungen ergeben,  wenn der Müll nicht mehr quer durch Schleswig Holstein gefahren werden muss. LKW, Personal und Treibstoffe kosten schließlich auch Geld. Und erzeugte Biogase oder Biotreibstoffe können veräuert werden.

ÖPNV und kein Ende der Diskussion

Heute war ich mal wieder in Vertretung zur Sitzung des öffentlichen Ausschusses des Zweckverbands des ÖPNV des Kreises Steinburg. Hier treffen sich die Stadt- Kreis und Amtsvertreter um Beschlussvorschläge für die Verbandsversammlung zu beschließen. In dieser Verbandsversammlung kommen dann alle Mitglieder des Zweckverbandes zusammen um über die Beschlüsse abzustimmen. Das ist urdemokratisch und gleicht eigentlich einer Genossenschaft. Denn für den gesamten Kreis wird der öffentliche Bus Verkehr organisiert und bezahlt.
Letzteres, die Bezahlung ist dann aber auch das aktuelle Stressthema. Die Verwaltung des ZV hat in den letzten Jahren einen Plan bis zur Beschlussreife erstellt, wie das ÖPNV Netz des Kreises deutlich attraktiver gestaltet werden kann. Endlich gäbe es ein voll getaktetes Linien-Netz mit vermutlich auch mehr Fahrgästen. Ich persönlich finde die Vorschläge im Großen und Ganzen gut. Verbesserungen ließen sich später, nach der Realisierung, einarbeiten.

Jetzt ist natürlich nicht jede Gemeinde direkt Profiteur des Linienplanes, also gab es viele Diskussionsschleifen zur Verbesserung. Auch danach ist nicht jede Bürgermeisterin zufrieden, aber allmählich setzt sich der Wille zur Umsetzung des Plans durch.

Aber ach, es wird ja zusätzlich Geld kosten. Warum sollen denn auch die Gemeinden mehr bezahlen, die sich nicht als Gewinner fühlen? Solidargemeinschaft hin oder her, jetzt stehen die gewählten Gemeindevertreter in der Pflicht, den Bürgern die Mehrkosten zu erklären. Das geht oft nicht gut aus, also lehnen diese zum Teil die neuen Pläne ab.

Große Hoffnung wird auf den Beitritt zum HVV gesetzt, denn die Öffentlichkeit scheint dies zu wollen.
Ich habe allerdings in vielen Privat- und Wahlkampfgesprächen erfahren müssen, dass die meisten Gesprächspartner völlig falsche Vorstellungen von den Folgen eines Beitritts haben.
Der HVV lässt sich gut bezahlen, damit wir einen Anteil an deren Gesellschaft erwerben können. Danach werden die Tarifmodelle vom HVV auch für den Kreis Steinburg erarbeitet. Eine echte Mitsprachemöglichkeit haben wir dabei nicht mehr. Auch wird der HVV keine neuen Buslinien oder gar Züge bereitstellen. Der HVV ist nur eine Regiegesellschaft, die die einzelnen Betreiber koordiniert und die Fahrgelder untereinander verrechnet.
Ich bin überzeugt, dass dieser Weg nur der drittbeste ist. Am Besten wäre es, die Busse im Kreis Steinburg kostenfrei anzubieten und sich das Geld dafür über den privaten Autoverkehr zu holen.
Die zweitbeste Lösung ist ein Nordtarif, so dass man auch in andere Richtungen zu günstigen Konditionen fahren kann. Nicht alle Steinburger fahren nur in Richtung Hamburg. Aber nur diese profitieren ggf. durch den HVV.

Es bleibt spannend. Ich hoffe nur, dass das neue Liniennetz in 2021 endlich und vollständig realisiert wird. Das wäre ein großer, wichtiger, richtiger Schritt. Jedes Auto weniger auf unseren Straßen erspart direkt Kosten, Aufwand und Emissionen.

Westküste und Klimaschutz

Wie heute in der Rundschau richtig beschrieben ist unsere Heimat besonders betroffen vom Klimawandel.wenn der Meeresspiegel weiter ansteigt werden wir das Niederschlag-Wasser immer schwerer los. Darum finde ich es gut, dass sich zumindest für beiden Landräte für mehr Anstrengen des Bundes einsetzen. Warum unser Steinburger Landrat nicht dabei ist kann ich noch nicht einschätzen.

Klimaschutz ist nicht nur für den Hochwasserschutz wichtig.Auch die zu erwartenden Kosten für neue Pumpwerke an der Küste sind erheblich.Vielleicht lassen sich die volkswirtschaftlich denkenden Menschen dadurch zusätzlich leiten. Wenn das Wasser nicht entsorgt werden kann, dann müssen wir Bewohner weichen. Das nennen wir dann Klimaflüchtlinge. Mal schauen, wer uns dann eine neue Heimat anbietet.

Reparaturen statt Neukauf

Ein neues EU Reparaturrecht macht Hoffnung. Weniger Geräte zu produzieren spart Ressourcen und Energie.

Kommunal können wir zusätzlich viel machen. Vor allem schneller Umsetzen. Welche Ideen fallen mir da spontan ein?

  1. Über Sammelstellen angenommene Elektrogeräte aufarbeiten
  2. Sperrmüll Möbel und Spielsachen weiter verwerten
  3. Soziale Einrichtungen beim Aufbau und Betrieb von Workshops unterstützen.Dort könnte z.B. Laien gezeigt werden wie alte Dinge zu neuem Leben erweckt werden.
  4. Werbung machen für lokale Reparaturbetriebe
  5. Zweiverwertung von Smartphones organisirten
  6. ….

Da gibt es vieles um Müll zu vermeiden und Energie zu sparen.